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Wohin flog die Boeing 777? China sucht Nordroute ab
18.03.2014 - 13:40 Uhr
Die Suche nach dem verschollenen Passagierflugzeug wird immer verzweifelter. China durchfilzt nun eigenes Territorium nach dem Flieger. Und sieht keinen Hinweis darauf, dass die Chinesen an Bord Terroristen gewesen sein könnten.

Die chinesischen Behörden suchen nun auf chinesischem Gebiet nach der verschollenen malaysischen Passagiermaschine. Einer der auf der Basis von Satellitenbildern und Radardaten errechneten Flugkorridore verlaufe über den äußersten Westen Chinas, sagte der chinesische Botschaft Huang Huikang laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua in Kuala Lumpur. Dort sei eine Suchaktion angelaufen.

Huang betonte gleichzeitig, es gebe keinerlei Hinweis darauf, dass einer der 153 chinesischen Passagiere an Bord von Flug MH370 etwas mit Terrorismus oder Flugzeugentführung zu tun haben könnte. Hintergrundchecks sämtlicher chinesischer Passagiere hätten nichts Verdächtiges ergeben.

Das vermisste Flugzeug war am 8. März mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden, ohne dass zuvor ein Notruf abgesetzt wurde. Nach ihrem Verschwinden von den Radarschirmen flog die Boeing 777 offenbar noch rund sieben Stunden weiter. Eine Flugzeugentführung oder Sabotage im Cockpit erscheint inzwischen immer wahrscheinlicher.

Taliban haben keine Hinweise

Die Staaten im nördlichen Suchgebiet haben indes nach eigenen Angaben keinen Hinweis auf den Verbleib der Maschine. Indien, Pakistan, Kasachstan, Kirgistan und auch die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan erklärten, sie wüssten nichts über das Schicksal der seit mehr als einer Woche verschollenen Boeing 777. Während Australien auf Bitten der malaysischen Regierung die Leitung der Suche im Indischen Ozean übernahm, forderte China von der Regierung in Kuala Lumpur eine sofortige Ausweitung der Ermittlungen. Diese konzentrierten sich weiter auf die Piloten.

Mehrere Staaten im nördlichen Gebiet erklärten, dass sie die Maschine entdeckt hätten, wäre sie in ihr Territorium geflogen. "Die Vorstellung ist bizarr, dass das Flugzeug unbemerkt mehrere Stunden durch den indischen Luftraum geflogen sein könnte", sagte ein Insider im indischen Verteidigungsministerium. Ein Vertreter des kirgisischen Flughafens Manas verwies auf die Luftwaffenstützpunkte der USA und Russlands in dem asiatischen Land. In einer Erklärung der kasachischen Luftfahrtbehörde hieß es ebenfalls, der Luftraum werde vom Militär überwacht, daher könne ihn niemand unbemerkt eindringen. Ein Sprecher der afghanischen Taliban wies jede Verantwortung zurück: "Selbst Staaten mit sehr fortgeschrittener Technik wissen nicht, wo sie hingeflogen ist."

Die malaysischen Behörden gehen weiter davon aus, dass das Flugzeug absichtlich vom Kurs abgebracht wurde. Wichtige Kommunikationsgeräte der Maschine seien abgeschaltet worden. Da dazu Fachkenntnisse nötig seien, konzentriere man die Ermittlungen auf die Piloten. Am Wochenende durchsuchte die Polizei die Häuser des 53-jährigen Flugkapitäns und dessen 27-jährigen Co-Piloten.

ghö/rts/dpa/AFP

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