News lesen
Wind erschwert Aufräumarbeiten auf Rügen
04.04.2014 - 22:03 Uhr
Wind erschwert den Einsatz gegen die Ölverschmutzung auf Rügen. Dort sind noch vier Kilometer Strand verunreinigt. Auf Usedom sind die Küsten wieder sauber. Die Tourismusbranche bangt - wegen der Bilder.

Am Strand der Ostsee-Insel Rügen werden die Reinigungsarbeiten nach der Ölverschmutzung unter erschwerten Witterungsbedingungen fortgesetzt. An einem rund vier Kilometer langen Küstenabschnitt zwischen Thiessow und Lobbe, wo das Öl in den Boden eingedrungen war, konnten THW und Feuerwehr wegen starken Windes ihren Einsatz zunächst nicht beginnen.


Das Sand-Öl-Gemisch soll nun erst vereinzelt bis in zehn Zentimeter Tiefe abgetragen werden, wenn der Wind nachgelassen habe, sagte ein Sprecher des Havariekommandos in Cuxhaven. Nach Einschätzung der Amtsverwaltung Mönchgut-Granitz ist damit nicht vor Montag zu rechnen. In den kommenden Tagen werden Böen von bis zu acht Stärken erwartet.

Helfer von THW und Feuerwehren sammelten auf Rügen weiter Ölstückchen auf. Das Öl hatte am Dienstag auf Rügen einen 15 Kilometer langen und auf Usedom einen zehn Kilometer langen Küstenabschnitt in unterschiedlichem Ausmaß verschmutzt. Offenbar hat ein Schiff das Öl verloren oder illegal auf hoher See entsorgt.


Auf Usedom sind die Strände wieder sauber

Nach Auswertung eines Driftmodells war der Verursacher unterwegs auf der Route von oder zum Hafen Swinemünde in Polen: "Jetzt kann die Wasserschutzpolizei herausfinden, welche Schiffe dort entlang gefahren sind", sagte Ulrike Windhövel vom Havariekommando. "Ich denke, das wird eine sehr mühselige Aufgabe."

Auf Usedom wurden insgesamt 37,5 Kubikmeter des als Sondermüll zu entsorgenden Öl-Sand-Gemischs eingesammelt, auf Rügen bislang rund 20 Kubikmeter. Auf Usedom gelten die Strände seit Donnerstagabend als gesäubert, auf Rügen ebenfalls - bis auf den vier Kilometer langen Abschnitt zwischen Thiessow und Lobbe.


"Wir haben hier keine Ölpest"

Auswirkungen auf den Tourismus werden durch das angespülte Öl nicht erwartet, allerdings durch die Bilder. "Wir haben schon besorgte Anrufe bekommen, ob man bei uns überhaupt noch Urlaub machen kann", sagte Andrea Triebke vom Amt Mönchgut-Granitz. "Wir haben hier keine Ölpest, betroffen sind nur wenige Kilometer."

Der Tourismusverband spürt zurzeit keine Einbrüche bei den Nachfragen nach Urlaubsquartieren. Das Geschehen sei lokal begrenzt, sagte Sprecher Tobias Woitendorf. Vom Umweltverband WWF hieß es: "Es handelt sich um eines der Standardereignisse, die leider bei intensiver Schifffahrt passieren." Jochen Lamp, Leiter des WWF-Ostseebüros in Stralsund, sagte: "Wenn jemand illegal seine Tanks auf hoher See entsorgt, muss das hart bestraft werden."


Quelle: n-tv.de , apo/dpa

LexxUnity.de ist für Mozilla Firefox Optimiert. Die Auflösung, spielt dabei keine Rolle.