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Bagger machen Esso-Häuser platt
07.05.2014 - 21:31 Uhr
Jetzt sind die Esso-Häuser an der Hamburger Reeperbahn fällig: Die Abrissbagger rücken an und beginnen mit dem Rückbau. Hier sollen neue Wohnhäuser entstehen - sehr zur Sorge vieler Demonstranten, die steigende Mieten befürchten.

Zwei Spritpreis-Anzeigen stehen noch, doch ein paar Meter weiter wummert schon der Abrissmeißel: Unter dem Protest von mehreren Hundert Menschen hat an der Hamburger Reeperbahn der umstrittene Abriss der sogenannten Esso-Häuser begonnen.
Zu der Demonstration mit Trommeln und Pfeifen hatten mehrere Initiativen aufgerufen - sie befürchten steigende Mieten. Laut Polizei kamen 500 Teilnehmer.

Im Dezember waren die maroden Esso-Häuser wegen wackelnder Wände zwangsgeräumt worden. "Zunächst reißen wir die Waschstraße ein, dann gehen wir auf die Gewerbezeile über, anschließend folgen die Häuser", sagte der Marketingleiter der Bayerischen Hausbau GmbH, Bernhard Taubenberger. "Der Rückbau wird sich bis Juni hinziehen." Die namensgebende Tankstelle war bereits im Februar abgerissen worden.


"Wie eine Beerdigung"

Das Unternehmen will auf dem Areal, das ihm seit 2009 gehört, ein "breites Potpourri aus Wohnen und Gewerbe" schaffen. Die 86 Mietparteien, die ihre mehr als 50 Jahre alten Wohnungen bei der Zwangsräumung im Dezember verlassen mussten, seien alle mit neuen Unterkünften versorgt worden, beteuerte der Eigentümer.

Viele Nachbarn befürchten die soziale Spaltung auf dem Kiez. Der Abriss der Esso-Häuser fühle sich an "wie eine Beerdigung", sagte eine Anwohnerin. Auch der Zeitpunkt sorgt für Ärger: Direkt gegenüber der Baustelle steht die Bühne, auf der am Samstag der Eurovision Song Contest übertragen wird. "Aber die Gute-Laune-Maschinerie der Groß-Events kann unseren Schmerz über diesen Verlust nicht weglächeln - und auch nicht unsere Wut", sagte Christoph Roggon von der Initiative SOS-St. Pauli.

dpa

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