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Brasilien startet Militäraktion
11.05.2014 - 20:43 Uhr
Hubschrauber knattern über dem Dschungel, Patrouillenboote durchpflügen die Küstengewässer: Knapp einen Monat vor Beginn der Fußball-WM in Brasilien lässt die Regierung Soldaten an den Grenzen ausschwärmen.

Es ist ein Symbol militärischer Stärke: Brasilien hat zur Sicherung der in rund vier Wochen beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft mit einem Großeinsatz seiner Streitkräfte begonnen.
Das Land setzt hierzu nach Angaben des Verteidigungsministeriums insgesamt bis zu 30.000 Soldaten ein.

Zunächst sollen Einheiten aus Heer, Marine und Luftwaffe mit Patrouillenbooten sowie Hubschraubern und Flugzeugen die notorisch durchlässigen Grenzen des Landes strenger bewachen, um den Drogenhandel und anderen Schmuggel einzudämmen.


Machtdemonstration des Staates

Allein die Landesgrenzen Brasiliens erstrecken sich über eine Gesamtlänge von mehr als 16.900 Kilometern. Dazu kommen mehrere tausend Kilometer Atlantikküste. Weite Abschnitte der Inlandsgrenzen befinden sich inmitten des Amazonas-Gebietes. Eine lückenlose Überwachung halten Militärexperten deshalb für nahezu unmöglich.

Über den Stadien in den zwölf Spielorten werden während der Spiele Flugverbotszonen eingerichtet. Bei früheren Großveranstaltungen hatten die brasilianischen Streitkräfte die zivilen Sicherheitsbehörden bereits mit Soldaten und schwerem Kriegsgerät wie etwa Luftabwehrpanzern aus deutscher Produktion unterstützt.

Knapp einen Monat vor dem WM-Start laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die Nervosität wächst, schließlich werden sich durch das sportliche Großereigniss die Blicke der Weltöffentlichkeit auch auf die Sicherheitslage in der aufstrebenden Wirtschaftsmacht Südamerikas richten.


Inoffizielles Gipfeltreffen

Die WM bekommt dabei auch eine politische Dimension: Gastgeber Brasilien hat die Staats- und Regierungschefs aus den 31 übrigen Teilnehmernationen zu dem am 12. Juni beginnenden Turnier eingeladen. Die Behörden halten einen Anschlag offiziell für unwahrscheinlich, weil das Land keine Feinde habe. Unter der Hand heißt es, die größte Bedrohung dürfte von neuerlichen Straßenprotesten und gewaltsamen Demonstrationen ausgehen.

Neben Sicherheitsbedenken werden auch ständig neue Zweifel daran laut, ob das Land die Organisation des Großereignisses überhaupt stemmen kann. So wurde am Viracopos-Flughafen bei Sao Paulo vor dem Wochenende der Bau eines neuen Terminals teilweise ausgesetzt. Grund dafür waren unzureichende Sicherheitsvorkehrungen für die Arbeiter.


Engpässe an den Flughäfen

Die Maßnahme hat Folgen: Mit dem Baustopp ist die Fertigstellung des Airport-Terminals rechtzeitig zur WM gefährdet. Auf der Baustelle waren Ermittlern zufolge zwei Arbeiter ums Leben gekommen - einer stürzte ab, ein weiterer wurde von Trümmerteilen erschlagen und verschüttet.

Es wurde damit gerechnet, dass mindestens fünf der zwölf WM-Städte die versprochenen Erweiterungen ihrer Flughäfen nicht termingerecht abschließen können. Fluggesellschaften warnten davor, dass Fans nicht rechtzeitig zu Spielen kommen könnten. Auch die Arbeiten in drei Fußballstadien sind noch nicht abgeschlossen.


Kein Internet im Stadion

In sechs der WM-Stadien in Brasilien wird es zudem Schwierigkeiten mit dem drahtlosen Internetzugang geben. Kommunikationsminister Paulo Bernardo erklärte, für die Hälfte der Stadien der Fußball-Weltmeisterschaft seien noch keine Verträge zur WLAN-Einrichtung unterzeichnet worden.

Es sei zeitlich kaum noch möglich, in diesen Arenen bis zur WM noch ein gut funktionierendes WLAN bereitzustellen, zitierte das Nachrichtenportal "G1" den Minister weiter. Betroffen seien unter anderen das Itaquerão-Stadion in São Paulo, wo am 12. Juni das Eröffnungsspiel stattfinden soll, sowie die Arena da Baixada in Curitiba und das Mineirão-Stadion in Belo Horizonte.


dpa

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